Gesundheitsinfos für Studenten

Besonders im ersten Semester kann man schnell in eine Depression geraten: Neue Stadt, noch keine richtigen Freunde, Heimweh, Angst vor den Anforderungen und vielleicht nur eine provisorische, unbehagliche Bleibe. Damit Studieren nicht zur Überforderung wird, sondern zu einer der schönsten Zeiten des Lebens, hier ein paar Tipps, wie man den Studentenalltag überlebt – auch wissenswert für höhere Semester.

Fünf gerade sein lassen und die Chance erkennen

Die Vorstellungen vom Studium erfüllen sich nicht und Enttäuschung macht sich breit? Dann schnell weiterlesen und erfahren, wie man eine andere Sichtweise auf die Dinge bekommt.

Auch wenn Studieren mittlerweile Geld kostet. Es ist kein Konsumgut, das jeder kaufen kann, sondern eine Chance. In der Schule angewöhnte Anspruchs- und Erwartungshaltungen muss man gegen Initiative und Adaptives Coping umtauschen. Nun gilt es, neue Herausforderungen selbst zu meistern ohne eine familiäre Hand in Reichweite. Hatte man sie sich auch grenzenlos vorgestellt, die neue Freiheit kann schon ziemlich zermürbend sein: So ist es vielen „Erstis“ nicht unbekannt, Freitag abends allein mit dicken Büchern in der (noch) ungemütlichen WG herumzusitzen, darüber zu brüten, wie man bis Montag die Hausarbeit schreiben soll und sich zu fragen, warum die anderen das alle so gut schaffen. Hat man Pech, hat auch noch der Fernfreund gerade beleidigt den Hörer aufgelegt, die Küche quillt über vor Abwasch und in der Kasse ist ewige Ebbe. In solchen Situationen ist Selbstmitleid oder sich Ärgern der falsche Weg. Lieber sollte man aktiv die Dinge ändern und das Privileg erkennen: Nie wieder im Leben hat man so unbefangen so lange Zeit, sich mit den Dingen zu beschäftigen, die einen wirklich interessieren und am Herzen liegen. Die Devise heißt deshalb: Fünf gerade sein lassen und immer daran denken, dass es nur ein Semester unter vielen ist und es schon tausende von anderen Studenten gab, die die Situation auch gemeistert haben.

Entspannt lernen

Hilfe! Schon wieder Prüfungszeit? Kein Grund zur Verzweiflung, denn hier gibt es hilfreiche Tipps, die beim oder auch vom Lernen gut entspannen helfen.

Pausen und Entspannungsübungen sind extrem wichtig, denn ohne sie kann man auch das effektive Lernen vergessen. Viele Unis bieten Entspannungskurse an: Yoga, Tai Chi, Autogenes Training und Muskelentspannungskurse helfen mit vielen kurzen Übungen, die leicht in den Alltag integriert werden können, um abzuschalten und den Stress abzubauen. Zusätzlich anstrengend ist es, den ganzen Tag am Schreibtisch zu sitzen – da sind Verspannungen logischerweise vorprogrammiert: Hier kann z.B. ein Sitzball anstelle eines Schreibtischstuhls viel zur Entlastung des Rückens tun. Ab und zu zwischendurch aufstehen und ein paar Muskellockerungsübungen, wie beispielsweise den guten alten “Hampelmann” oder ein paar Kniebeugen einlegen, entspannt auch. Ein anderer sagenhafter Tipp: 10 Minuten laut die Lieblingsmusik aufdrehen und richtig abtanzen – schafft gute Laune, und macht frisch und fit für die nächste Lerneinheit. Am besten dabei das Fenster öffnen, denn der Sauerstoff durchlüftet nicht nur das Zimmer, sondern tut auch dem strapazierten Studigehirn gut. Scheint die Sonne, dann in der Lernpause nichts wie ab nach draußen; die Sonne kurbelt die Glückshormonproduktion so richtig an. Genervt durch die ganze Lernerei? Dann die Bücher einfach ein paar Minuten liegen lassen und ein paar Mal tief ein- und ausatmen, am besten im Stehen und bei frischer Luft. Mit leicht gespreizten Beinen aufstellen, beim Einatmen beide Arme über dem Kopf zusammenführen und beim Ausatmen den Oberkörper einfach durchhängen lassen und sich richtig fallen lassen. Die Übung drei Mal oder öfter wiederholen. Zum Abschluss noch ein Tipp für alle, die erst in letzter Minute angefangen haben zu lernen und deren Nerven blank liegen: Einen Freund, eine Freundin oder eine(n) Mitbewohner(in) schnappen und kurz massieren lassen. Bei der Aussicht auf Revanche wird keiner ablehnen. Auch wenn das Pensum anfangs erdrückend wirkt, Pausen sind wichtig! Nach ein paar Entspannungsübungen geht’s mit der Konzentration wieder bergauf (ist auch wissenschaftlich bewiesen).

Selbstmanagement, das A und O

Oft weiß man vor lauter Arbeit und Büchern nicht, wo man anfangen soll. Am Besten hier anfangen zu lesen.

Gutes Selbstmanagement und Arbeitsorganisation ist im Studialltag das A und O. Am besten ist es, sich einen genauen Überblick zu verschaffen, was man alles unbedingt wissen muss und besonders darauf zu achten, ob man es auch wissen will. Dann den Stoff in verdauliche Happen einteilen, nach Plan lernen und alles wird gut. Naja, nicht so ganz: Der Stoff erschlägt regelrecht und alleine wird’s schwierig. Dann hilft es, die Arbeit mit Komilitonen aufzuteilen und Arbeits- und Lerngruppen zu bilden. Teamwork macht eh mehr Spaß und der Lerneffekt ist höher (wissenschaftlich bewiesen). Noch ein Tipp: Falls das Gefühl von Überforderung öfter auftaucht, im nächsten Semester weniger Stunden in den Stundenplan packen und lieber noch ein Semester dranhängen. Die, die die Regelstudienzeit einhalten sind eh Freaks, und der private Freiraum sollte über alles gehen, sonst gerät man ganz schön schnell in eine Depression oder ist ausgebrannt.

Erste Hilfe in Krisenzeiten

Einfach nur fertig mit der Welt, zu Tode traurig oder etwas Schlimmes passiert, das nicht verarbeitet werden kann? Der Schritt in eine Klinik ist aber zu groß? Hier gibt es erste Hilfe. Fast jede Uni bietet über das Studentenwerk psychologische Beratung an, die vor allem erst einmal in akuten Fällen hilft. Ängste, dort vorbeizuschauen, sind nicht nötig, dafür gibt es diese Einrichtungen ja (am Besten vorher Termin ausmachen). Die Mitarbeiter sind gesetzlich zum Schweigen verpflichtet.Steckt man in einer Krise, die sich vor allem um die weitere Karriere dreht, sollte man überlegen, ein Urlaubs- oder Praxissemester einzulegen. Die Zeit kann man ganz so nutzen wie man möchte (Praktikum, Reisen, Arbeiten, Selbsterfahrung, Erholung). Sinnvoll ist das, was im Einzelfall hilft, wieder zu Kräften zu kommen, klar fokussiert zu sein und das Studium wieder gesund aufnehmen zu können (wissenschaftlich bewiesen). Jeder steckt mal in einer Krise, aber die Größe besteht darin, es sich einzugestehen und aktiv etwas zu unternehmen, statt den Kummer anzusammeln und somit das Problem zu vergrößern und zu verschlimmern.